Diplom Psychologin
Elena Kotschunz
Behandlung
Was ist Psychotherapie?
Psychotherapie behandelt das Leiden der Seele. Mit Psychotherapie können psychische,
psychosoziale oder auch psychosomatisch bedingte Leidenszustände und Verhaltensstörungen
geheilt werden.
Das Ziel einer Psychotherapie ist es, in Lebenskrisen zu helfen, gestörte
Verhaltensweisen und Einstellungen zu ändern und die persönliche Entwicklung
und Gesundheit zu fördern.
Im Zentrum stehen das gemeinsame Gespräch, der Austausch und die therapeutische
Beziehung zwischen dem Klienten und dem Therapeuten.
Wichtige Voraussetzungen für eine Psychotherapie sind der Wunsch etwas
zu verändern, und die Bereitschaft, sich mit seinen Gefühlen und seinem Erleben
zu beschäftigen und sich dabei unterstützen zu lassen.
Psychotherapie ist „die nach einer allgemeinen und besonderen Ausbildung
erlernte, umfassende, bewusste und geplante Behandlung von psychosozial
oder auch psychosomatisch bedingten Verhaltensstörungen und Leidenszuständen
mit wissenschaftlich-psychotherapeutischen Methoden in einer Interaktion
zwischen einem oder mehreren Behandelten und einem oder mehreren Psychotherapeuten
mit dem Ziel, bestehende Symptome zu mildern oder zu beseitigen, gestörte
Verhaltensweisen und Einstellungen zu ändern und die Reifung, Entwicklung
und Gesundheit des Behandelten zu fördern.“
Welche psychotherapeutische Berufsgruppen stehen zur Auswahl?
Wie unterscheiden sich Psychologen, Psychiater, Psychotherapeuten und Neurologen?
Vielen fällt die Unterscheidung zwischen den diversen Berufsbezeichnungen bei
der Suche nach einer psychotherapeutischen Behandlung schwer. Ein Termin bei
einem beliebigen Psychologen oder Psychiater reicht nicht aus, da es Unterschiede
in den Behandlungsschwerpunkten gibt.
Diplom-Psychologen
Diplom-Psychologen befassen sich in erster Linie mit dem normalen
Funktionieren der Psyche und nur in zweiter Linie mit psychischen Krankheiten.
Nur im Spezialgebiet der Psychologie, nämlich die klinische Psychologie geht
es um Störungen der normalen psychischen Funktionen. Daher befähigt ein Psychologiestudium
allein noch nicht dazu, Patienten zu behandeln. Ohne weitere Zusatzausbildung
liegen die Tätigkeitsfelder eines Diplom-Psychologen entweder in der Forschung
oder in unterschiedlichen Bereichen, wo psychologische Kenntnisse gefordert
sind (z. B. Testdiagnostik, Meinungsforschung, Personalauswahl etc.).
Psychotherapeuten
Psychotherapeuten sind Ärzte oder Diplom-Psychologen, die nach ihrem Studium eine spezielle Zusatzausbildung
(Aufbaustudium) an universitären oder staatlich anerkannten privaten Akademien
absolvieren. Diese Spezialisierung befähigt sie zur Behandlung von psychischen
Erkrankungen.
Psychiater
Psychiater sind Ärzte mit abgeschlossener Facharzt-Ausbildung zum Psychiater. Mit der Ausbildung
zum Psychiater und auch die Ausbildung zum Psychotherapeuten erhalten die Ärzte
den Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie bezeichnet.
Neurologen
Neurologen sind Ärzte mit abgeschlossener Facharzt-Ausbildung zum Neurologen und behandeln
alle erkennbaren organischen Krankheiten des Nervensystems, wie z. B. Funktionsausfälle
oder Fehlsteuerungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Sinnesorgane, der
peripheren Nerven oder der Muskulatur. Sie können keine psychotherapeutischen
Aufgaben
erbringen.
Wer ist ein qualifizierter Therapeut?
Seit 1999 ist die Bezeichnung „Psychotherapeut“ gesetzlich geschützt, um eine
qualitativ hohe Behandlung zu sichern. Das Psychotherapeutengesetz legt fest,
dass sich nur diejenigen Psychologen und Ärzte als „Psychotherapeut“ bezeichnen
dürfen, die eine Approbation besitzen, also über eine staatliche Erlaubnis verfügen,
einen Heilberuf auszuüben. Eine Approbation erhält:
- Wer ein Diplom –Psychologiestudium absolviert hat
- Wer zusätzlich eine anerkannte psychotherapeutische Ausbildung mit einer
staatlichen Prüfung abgeschlossen hat. Der Abschluss ist entweder nach einer
dreijährigen Vollzeitausbildung oder einer fünfjährigen berufsbegleitenden
Ausbildung zu erlangen. Eine praktisch psychotherapeutische Tätigkeit in
einer Klinik ist Bestandteil der Ausbildung.
Die unterschiedlichen Verfahren einer Psychotherapie
Approbierte Psychotherapeuten arbeiten mit Behandlungsverfahren, die
in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen überprüft wurden und sich als
wirksam erwiesen haben. Sie verfügen über Kenntnisse, das ganze Spektrum
psychischer Störungen nach neuesten internationalen Erkenntnissen zu diagnostizieren
und zu therapieren. Egal, ob Sie an starken Ängsten, einer Magersucht oder
einer Depressionen leiden, ein approbierter Psychotherapeut kann Ihnen qualifiziert
weiterhelfen.
Als wissenschaftlich anerkannt gelten zwei Hauptverfahren der Psychotherapie:
Verhaltenstherapie
Therapeuten dieser Ausrichtung sehen das Verhalten/Handeln des Patienten als
zentralen Ansatzpunkt. Verhaltenstherapie beinhaltet die Anwendung der Verhaltenswissenschaften,
um Individuen bei Veränderungen in der von ihnen angestrebter Richtung zu
unterstützen. Verhaltenstherapie betont besonders die Prinzipien menschlichen
Lernens, die für problematische Entwicklungen innerhalb eines menschlichen
Lebens verantwortlich gemacht werden.
Verhaltenstherapie ist immer:
- Problem- und zielorientiert
- Konzentriert auf die Ursachen und Auslöser sowie aufrechterhaltenden
Faktoren eines psychischen Problems
- Transparent und handlungsorientiert
- Hilfe zur Selbsthilfe und übertragbar auf den Alltag.
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In Verhaltenstherapie wird auch großer Wert auf die Erfassung
der Effektivität der Therapie gelegt (z. B. durch Aufzeichnung und Bewertung
von Veränderungen). Die verhaltenstherapeutisch orientierten Praktiker
gehen davon aus, dass aktuelle Umgebungsbedingungen die wichtigsten Bestimmungselemente
menschlichen Verhaltens darstellen. Die in der Verhaltenstherapie benutzen
Therapieverfahren beabsichtigen in erster Linie eine Erhöhung der Selbstkontrolle
des Individuums; dazu gehört insbesondere ein Auf- und Ausbau von Fähigkeiten
und Fertigkeiten zwischen den therapeutischen Sitzungen, z. B. durch Aufgaben,
Übungen in der natürlichen Umgebung des Patienten etc. Eine Ergänzung
und Weiterentwicklung der Verhaltenstherapie bildet die kognitive Verhaltentherapie
bzw. kognitive Therapie. Kognitive Therapeuten sind der Auffassung, dass
viele menschliche Probleme von dysfunktionalem (z. H. nicht zielführendem)
Denken herrühren und dass diese Gedanken menschliche Emotionen und menschliches
Verhalten beeinflussen. Das Ziel
der kognitiven Verhaltenstherapie besteht konsequenterweise darin, die
Denkmuster eines Klienten zu verändern, damit eine Veränderung des Verhaltens
und der Emotionen erfolgen kann.
Psychoanalytische bzw. psychodynamische Therapien
Psychotherapie behandelt das Leiden der Seele. Mit Psychotherapie können psychische,
psychosoziale oder auch psychosomatisch bedingte Leidenszustände und Verhaltensstörungen
geheilt werden.
Das Ziel einer Psychotherapie ist es, in Lebenskrisen zu
helfen, gestörte Verhaltensweisen und Einstellungen zu ändern und die persönliche
Entwicklung und Gesundheit zu fördern.
Im Zentrum stehen das gemeinsame Gespräch, der Austausch
und die therapeutische Beziehung zwischen dem Klienten und dem Therapeuten.
Wichtige Voraussetzungen für eine Psychotherapie sind der
Wunsch etwas zu verändern, und die Bereitschaft, sich mit seinen Gefühlen
und seinem Erleben zu beschäftigen und sich dabei unterstützen zu lassen.
Die Formulierung "wissenschaftlich nicht
anerkannt" darf nicht mit dem Ausdruck "unwissenschaftlich" gleichgesetzt werden. "Wissenschaftlich nicht anerkannt" kann auch bedeuten, dass ein Psychotherapieverfahren noch nicht so geprüft worden
ist, dass wissenschaftlich sinnvolle Aussagen über das Verfahren gemacht
werden können. Die Wirksamkeit von Psychotherapie insgesamt, ist wissenschaftlich
zweifelsfrei nachgewiesen. Auf der Seite des
Berufsverbandes der Vertrags-Psychotherapeuten finden Sie eine kurze Zusammenstellung von Untersuchungen zur Wirksamkeit
von Psychotherapie.